Freilegen der Wände, Teil zweihundertsiebenunddreißig

Auch im Obergeschoss gab es noch einiges für die Dämmung vorzubereiten. Unter anderem im früheren Bad hing an der Wand noch ein Vorbau, der den Spülkasten beherbergte und als Träger für die Kloschüssel diente. Dieser Vorbau musste zusammen mit dem umgebenden Fliesenspiegel entfernt werden, damit später einmal die Dämmung an die Wand kann. Hierbei hatte ich zum Glück fleißige Hilfe durch meine Neffen Janek und Philip.

Außerdem befand sich auf dem Boden des Bades noch eine gegossene Zementplatte, die auch weichen musste, damit wir mal einen ebenen Fußboden in unserem vergrößerten Bad haben können.

Ein weiteres Problem an vielen Wänden der Wohnung war die Wandfarbe: Die Herausforderung bei unserem Haus ist ja, dass wir aufgrund der denkmalschutzrechtlichen Vorgaben von innen dämmen müssen. Das führt bauphysikalisch dazu, dass die Mauern im Winter auskühlen und sich dort Kondens-Feuchte niederschlagen kann. Damit diese aus den Wänden heraus kann, wenn es wieder wärmer wird, muss der Wandaufbau atmen können. Und genau das würde die gut abdichtende Ölfarbe verhindern, mit der die Wände an vielen Stellen gestrichen ist. Ich habe also verschiedene Dinge versucht, um die Farbe abzubekommen:

  1. Mechanisches Abtragen. Mit einem Trockenbauschleifer und Schleif-Flies in verschiedenen Körnungen wurde versucht die Farbe abzutragen. Leider wird dabei Wärme erzeugt, die die Farbe aufweicht und dazu führt, dass die Schleifscheiben einfach nur verkleben.
  2. Chemisches Beizen. An einer Teststelle wurde ein Beizmittel aufgetragen und eine Weile einwirken gelassen. Dann wurde versucht die Farbe mit einem Spachtel abzutragen. Ergebnis: Die Farbe wird schmierig und klebt am Spachtel. Aber auch weiterhin an der Wand. Und es stinkt.
  3. Thermisches Abbeizen. Mit einer Heißluftpistole wird die Farbe erhitzt, bis sie weich wird. Dann kann man das klebrige Gelumpe mit einem Spachtel abtragen. Ergebnis: Die Farbe wird schmierig, geht aber bei wiederholtem Kratzen ab. Man schafft undgefähr einen viertel Quadratmeter in einer Stunde.

Auch wenn Variante 3 machbar gewesen wäre: Damit hätte man mega viel Energie verbraten und es hätte wahrscheinlich einen Monat gebraucht, um aller Farbe Herr zu werden.

Deshalb entschloss ich mir für Plan B: die Farbe bleibt dran, dafür wird die Wand mit der Bohrmaschine großzügig perforiert, um eine Feuchtigkeits-Diffusion durch die Farbschicht zu erlauben. Das macht zwar auch viel Arbeit und Dreck, ließ sich aber innerhalb weniger Stunden umsetzen.

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